Vorsicht vor Betrügern – Vorsicht vor Abofallen von „maps-routenplaner“ der Web2Go Solution GmbH

Ein altbekanntes Thema, keine neue Betrugsmasche und dennoch ein Weg, um vielen Menschen aus Angst vor Eintragungen in die SCHUFA oder weiteren gerichtlichen Schritten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Abofallen. Diese Masche nutzt auch „maps-routenplaner“.

Dieses Modell wird seit einiger Zeit durch eine Firma genutzt, die sich „maps-routenplaner“ in unterschiedlichen Namenskombinationen nennt und unter unterschiedlichen URL auftritt (ein Auszug: routenplaner-maps.com, maps-routenplaner.info, maps-navi.info, maps-routenplaner.net, maps-routenplaner-24.net, maps-routenplaner-24.com, routenprofi.net, gps-routenlaner.net, maps-routenplaner.online und routenplaner-maps.website, sowie unter diversen .to-Adressen).

 

1. Finger Weg von Gewinnspielen auf dubiosen Seiten!

Diese Seiten haben alle eines gemeinsam. Eine unübersichtliche Homepage und ein Gewinnspiel. Unter der Bewerbung „Kostenloses Gewinnspiel: HIER klicken, um zum Gewinnspiel zu gelangen“ verlosen die Seitenbetreiber angeblich ein neues TomTom-Navi sowie eine Reise für zwei Personen auf die Malediven. Wer kann da schon wiederstehen?

 

2. Seien wir ehrlich. Wir gewinnen doch eh nie was!

Hoffentlich Sie! Warum? Weil der einzige der in diesem Spiel nichts gewinnt Sie sein werden. Im Gegenteil: Sie erhalten nur Probleme. Denn der Seitenbetreiber verlangt selbstverständlich Geld für das „kostenlose Gewinnspiel“. Warum? Klein versteckt nennt sich der Button unter dem E-Mail-Eingabefeld, auf dem man ein „E-Mail-Adresse bestätigen“ erwarten würde allerdings „kostenpflichtig bestellen“ und promt sollen Sie für eine Leistung zahlen, die Sie nie wollten, vorher nicht gezeigt bekommen haben und – ich lehne mich jetzt aus dem Fenster – mit absoluter Sicherheit nicht brauchen.

 

3. Was bestellt man?

Durch den Klick wird ein Zweijahresvertrag für Navigationsdienste gebucht, Ihre IP-Adresse – übertragen Ihre Hausanschrift – wird „zum Beweis“, aber auch zur Einschüchterung gespeichert. Aus den Recherchen konnte sich nicht mit Sicherheit klären, ob es sich dabei um die tatsächliche IP-Adresse des Computers handelte oder ob es sich nur um eine falsche handelt, um nur ein Mittel zur Einschüchterung und Angsterzeugung vorzuhalten.

 

4. Das Abo

Kaum der Rede wert… das Abo ist natürlich nicht umsonst. Es werden 500,00 € gefordert, die sofort zu zahlen sind. Doch es kommt noch besser und hier weiß ich nicht genau, ob man schmunzeln oder weinen soll. Diese 500,00 € sind per Amazon-Gutschein zu zahlen. Ja richtig gelesen, mit Amazon Gutscheinen. Dies sind nun wahrlich neben bitcoins und sonstigen bereits vorab gezahlten und durch Code übertragbaren Karten die deutlichsten Zeichen, dass es sich um einen Betrug handelt. Wer nicht gefasst werden will, der gibt schließlich kein Bankkonto an. Sprich: Betrüger lassen sich die Amazon-Gutscheine oder bitcoins von verängstigten Menschen kaufen und können ab dem Moment der Versendung des Codes das Geld wie Bargeld nutzen, ohne dass es zurückverfolgbar wäre oder jemals zurückgeholt werden kann. Es ist unwiderruflich verloren!

 

5. Allerletzte Mahnung – aber nun wirklich!

Nun zeichnen sich solche Unternehmen noch durch Weiteres aus. Jeden Tag kommt eine neue „letzte Mahnung“ und „allerletzte Mahnung“ in das Postfach geflattert, die immer dringlicher klingt. Anmeldezeitpunkt und IP-Adresse werden stets erwähnt, je weiter fortgeschritten, desto mehr ist in bedrohlichem rot gehalten und mit der Drohung einen SCHUFA-Eintrag zu erhalten versehen.

 

6. Fehlende Angaben soweit das Auge reicht

Auffällig ist aber neben bereits ausgeführten Dingen das Folgende: es gibt in den Mails keine Telefonnummer, keine Faxnummer, keine Steuernummer, keine Eintragung für ein Handelsregister und Registergericht. Dies sind Dinge, die eine Web2Go Solution GmbH haben und angeben sollte. Aber diese hat sie nicht, da sie nicht existiert. Weder besteht ein Handelsregistereintrag (ich habe es überprüft), noch gibt es dieses Unternehmen am Westhafenplatz 1, 60327 Frankfurt am Main, dem sog. Westhafentower, einen Steinwurf von mir entfernt (ich habe es anhand der Mieterliste überprüft). Die ähnlich firmierenden Gesellschaften der anderen Webseiten hausen passenderweise angeblich im Messeturm, im Japan-Tower und anderen schicken Hochhäusern Frankfurts. An dieser Stelle vermutlich überflüssig zu sagen, dass ich dies stark bezweifle…

 

Haben Sie auch Probleme mit der genannten oder einer ähnlichklingenden Gesellschaften oder den Internetseiten? Haben auch Sie seltsame Mahnungen erhalten, die Ihnen Angst machen? Kontaktieren Sie mich gerne über das Kontaktformular oder schreiben Sie mir eine E-Mail, bitte mit dem Betreff „Abofalle“. Gerne schaue ich mir das an. Nicht selten ist es notwendig mit einem Anwaltsschreiben klar machen zu lassen, dass man sich nicht hinters Licht führen lässt.

 

Aber keine Panik! Nicht jede Mahnungs-Mail ist gleich eine ernstzunehmende Bedrohung. Die meisten davon sind harmlos und landen auch automatisch dort, wo sie auch hingehören, im Spam-Ordner inklusive oft virenverseuchtem Anhang. Es handelt sich in der Schilderung nur um die besondere Situation, dass täglich aufs Neue solche Mahnungen verschickt wurden und tatsächlich zuvor ein Kontakt mit der Internetseite kurzzeitig bestanden hat.

Wie immer im Internet gilt: Augen auf bei der Gewinnspielwahl!